Mischen 4.0:
So geht Rezepturentwicklung heute

Die Prozesse rund um Produktentwicklung und Rezeptur-Management haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert ‑ in wohl allen Prozessindustrien. Die Kunden sind anspruchsvoll und erwarten kontinuierlich neue Markteinführungen und Verbesserungen der bestehenden Produkte. Parallel dazu steigt die Zahl der Regularien, und der Markt erwartet konstant niedrige Preise.

Entsprechend gefordert und unter Druck sind die Abteilungen für Forschung und Entwicklung. Sie müssen täglich Wege finden, die Neueinführungszyklen zu verkürzen, kosteneffiziente Zutaten auszuwählen und zuverlässig abzuliefern. Eines ist dabei gewiss: Der Erfolg eines Produktes steht und fällt mit der optimalen Rezepturentwicklung. Ohne die passende Zusammensetzung wird aus dem Produkt ein Ladenhüter, egal, wie durchdacht die Marketingstrategie ist. Und häufig sind es nur kleine Rezepturfehler, die große Auswirkungen haben – auf Wirksamkeit, Geschmack, Lagerfähigkeit oder die gesetzlichen Anforderungen.

Viele Schritte zur perfekten Rezeptur

Eine optimale Rezepturentwicklung beginnt mit dem Briefing, das die wichtigsten Details des künftigen Produktes klärt. Anhand der genau definierten Anforderungen wird der gewünschte Aufbau des einzelnen Produktes entwickelt. Im Anschluss lassen sich die Anforderungen in eine passende Rezeptur übersetzen. Dabei müssen möglichst alle aktuellen Erkenntnisse aus den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Praxistest Berücksichtigung finden – plus alle geltenden EU-Richtlinien. Im nächsten Schritt werden die Roh- und Inhaltsstoffe ausgewählt. Schon an diesem Punkt muss die Verfügbarkeit der Stoffe in die Entscheidung einfließen, ebenso die Skalierbarkeit des Produkts auf den Fertigungslinien. Denn die bestehenden Maschinen und machbaren Verarbeitungsschritte geben schließlich die potenziellen Prozesse vor. Dazu gehört auch, dass die Rezeptur zu den verfügbaren Verpackungstypen passt. Nur wenn der sichere Transfer vom Labormaßstab zum Produktionsansatz gelingt, war haben Forschung und Entwicklung ihr Ziel erreicht.

Nächster Schritt ist die Prototypenentwicklung. Im Anschluss stehen Testreihen an. In der Kosmetikbranche wären das zum Beispiel Verträglichkeits- und Wirksamkeitstests. Außerdem Stabilitätsuntersuchungen: Viskositätsmessungen, Messungen des pH-Wertes sowie Ermittlungen der Kühlschrank- und Wärmestabilität. Bei einer gewissenhaften Rezepturentwicklung sind auch mikrobiologische Tests erforderlich, die entweder den Richtlinien gemäß DIN entsprechen oder dem Konservierungsbelastungstest gemäß der European Pharmacopoeia-Dokumentation.

Jetzt ist IT-Unterstützung gefragt

Manuell geführte Kalkulationstabellen stoßen bei all diesen Schritten schnell an ihre Grenzen, während bestehende ERP-Systeme das Thema Rezepturentwicklung meistens nur lückenhaft abbilden. Gebraucht wird die volle Kontrolle über die Daten und die Entwicklungsprozesse. Dafür gibt es AddOns mit vorkonfigurierten Prozessen, vollständiger Dokumentation, Testfällen und Migrationstools.
Im Idealfall sind dann die Daten in allen Phasen durchgängig für das ganze Team verfügbar und somit immer aktuell: während des Briefings, der Rezepturentwicklung, der Auswahl der Roh- und Inhaltsstoffe, der Prototypenentwicklung und während der Tests. Besteht Konformität mit den aktuellen Compliance-Richtlinien? Abgleiche wie diese sind automatisch machbar. Und zum Stichwort Wissensmanagement: Erfolgreich umgesetzte Rezepturen gehören in eine zentrale Datenbank. Hier werden alle Handlungsschritte und Erfahrungen dokumentiert, damit die Mitarbeiter schnell recherchieren können und vom gesammelten Erfahrungsschatz des Unternehmens profitieren. Dann erst basieren alltägliche Entscheidungen nicht mehr nur auf subjektiven Erwägungen, sondern auf objektiven Daten.

Stephan Limberg
Leitung Branchenmanagement Prozessindustrie
itelligence AG
prozessindustrie@itelligence-group.de


Zurück zur Startseite

Erfahren Sie mehr

 

 

Ansprechpartner

Stephan Limberg
Leitung Branchenmanagement Prozessindustrie
itelligence AG

Telefon:
+49 800 480800-7


Kontaktformular